Stressbewältigung durch Tanz und Bewegung

Stress gehört zum Alltag und kann uns körperlich wie mental belasten. Eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Stressauslösern hilft, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen. Sie hilft auch, einen gesunden Umgang damit zu entwickeln.

Stressbewältigung umfasst verschiedene Möglichkeiten, wieder mehr Ruhe, Ausgeglichenheit und innere Stabilität zu finden. Dazu gehören unter anderem Entspannung, Bewegung und bewusste Pausen. Dazu gehört auch die Entwicklung persönlicher Strategien für einen gelasseneren Umgang mit herausfordernden Situationen.

Wenn Frust, Druck und Überforderung den Alltag bestimmen, kann es schwerfallen, den eigenen Weg zu sehen. Ziel ist es, innezuhalten und die eigenen Bedürfnisse und Belastungen besser zu verstehen. Ebenso ist es das Ziel, Schritt für Schritt wieder mehr Klarheit, Selbstvertrauen und Handlungsspielraum zu gewinnen.

Dabei geht es nicht darum, immer stark oder perfekt zu funktionieren. Vielmehr sollen junge Menschen lernen, mit schwierigen Situationen konstruktiv umzugehen. Sie sollen eigene Ressourcen entdecken. Sie sollen einen persönlichen Umgang mit Stress, Druck und Rückschlägen entwickeln. So sollen sie mehr Selbstbestimmung und Lebensqualität erreichen.

Idee und Konzept

Stress löst nicht nur eine körperliche, sondern auch eine mentale Reaktion aus.

Bei Stress fühlt man sich hilflos und kraftlos. Geistige Prozesse, die für analytisches Denken erforderlich sind, werden biochemisch blockiert. Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit guten sozialen Kontakten Stress leichter bewältigen. Denn sie fühlen sich unterstützt und geborgen.

Bestimmte Stressfaktoren lösen Stress aus. Man nennt sie Stressoren. Das können externe Belastungen aus dem Umfeld sein. Es kann auch sein, dass man sich zu sehr unter Druck setzt. Betroffene fühlen sich dann zunehmend überfordert, erschöpft und ausgebrannt.

»Tanz lehrt die Liebe zum Leben«
Mehmet Ballikaya

Körperliche und mentale Fitness kann Stress vorbeugen und abbauen. Durch Bewegung und Tanz werden vermehrt Glückshormone ausgeschüttet, die Endorphine. Man kann auch negative Energie entlassen und positive Energie sammeln.

In einer globalisierten Gesellschaft kommt dem Tanz mit seiner körperlich-seelischen Wechselbeziehung wachsende Aufmerksamkeit zu. Man nimmt ihn als eigenständige Kunstform wahr. Er wird kultur- und bildungspolitisch gefördert. Zunehmend wird er als therapeutisches Medium eingesetzt. Tanz ist eine weltweite Bewegung. Das gilt auch für das Wissen, das in ihm steckt.

»Leben ist Bewegung, und ohne Bewegung findet kein Leben statt«.
Moshe Feldenkrais

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen gute, fördernde soziale Kontakte, um körperlich und seelisch gesund zu bleiben. Als Tanztherapeut sowie als Tanz- und Bewegungspädagoge sehe ich im Tanzen eine ideale Betätigung. Denn es verbindet die positive Wirkung mit sozialen Kontakten.

Im Seminar „Stressbewältigung durch Tanz und Bewegung“ können die Teilnehmer unter Anleitung lernen und trainieren, sich ihrer Körperspannung bewusst zu werden. Außerdem können sie lernen, diese in eine positive Richtung zu steuern.

Zielsetzung und Arbeitsmethodik

Die wesentlichen Prinzipien der Stressbewältigung sind Kontrolle, Konzentration, Entspannung, Bewegungsfluss und körperliche Koordination. Angestrebt werden die Stärkung der Muskulatur und die Verbesserung der körperlichen Koordination. Angestrebt werden auch eine Verbesserung der Körperhaltung und die Anregung des Kreislaufs. Dazu kommen Stabilität durch Erdung und eine bessere Körperwahrnehmung.

Stressbewältigung ist eine sanfte, aber auch überaus wirkungsvolle Trainingsmethode. Denn die Teilnehmer bewegen sich in unterschiedlichen Positionen. Dabei können sich durch unterschiedliche Tanzschritte Körper und Gefühle verbinden. Einzelne Muskeln oder Muskelpartien werden ganz gezielt aktiviert, entspannt oder gedehnt.

Die Bewegungen werden mit der Atmung koordiniert. Das führt zu einer optimalen Sauerstoffversorgung.
Tanz ist ein geeignetes Medium interkulturellen Lernens. Dafür gilt es zunächst, allgemein herauszuarbeiten, was die Besonderheiten am pädagogischen Tanz sind. Es gilt auch herauszuarbeiten, wie Tanz wirkt:

Gezielte Bewegungen und Tanzschritte stärken die Muskulatur. Sie erhöhen die allgemeinen Konzentrationsfähigkeiten. Sie fördern die innere und auch äußerliche Koordination. Die Teilnehmer lernen, durch besseren Bodenkontakt ihre Energie auszutauschen. Sie lernen auch, negative Energie abfließen zu lassen und positive Energie zu sammeln. Durch Tanz und Bewegung verbessern die Teilnehmer nicht nur ihre sozialen Kompetenzen. Sie können sich auch durch nonverbale Kommunikation besser kennenlernen und ausdrücken.

Durch den Tanz entdecken die Teilnehmer ihren Körper. Sie lernen, ihre Gefühle besser wahrzunehmen. Mit mehr Selbstvertrauen können sie neue Lösungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven entwickeln.

Ziel: Stressreduzierung und Gesundheitsprävention

Tanz und Bewegung in der Gruppe mit gegenseitigem Austausch senken den Stresspegel. Sie stärken die seelische und körperliche Gesundheit.

Inhalt und Struktur

I – Stress und Bewegung

Der erste Teil des Workshops vermittelt die wesentlichen psychophysischen Auswirkungen von Stressfaktoren in Theorie und Praxis. Sie spiegeln sich auch in unserer Körperhaltung und Bewegung wider. Wir lernen, unseren Körper in Teilen zu spüren. Wir lernen auch, unsere unterschiedlichen Gefühle durch Bewegung auszudrücken. Praktische Übungen lockern den theoretischen Teil auf.

Übungen: Bewegungsübungen und Einzeltanz.

II – Körper und die Wahrnehmung

Im Mittelpunkt steht der Körper. Kennen wir unseren Körper überhaupt? Wie arbeitet der Körper? Wie funktionieren die Teile des Körpers? Die entsprechenden Übungen werden unter Anleitung einzeln und zu zweit durchgeführt. Abschließend erfolgt ein gemeinsamer Erfahrungsaustausch in der Gruppe.

Übungen: offene Bewegung und Improvisation.

III – Tanz, Körper und Gefühl

In diesem Teil des Workshops vermittelt der Kursleiter Tanzschritte in freier Form. Er macht die Teilnehmer mit verschiedenen Kombinationen vertraut. Dazu gehören die Achse, das Gleichgewicht und das Gehen. Der Teilnehmer erfährt und fühlt, dass der Körper durch Bewegung Endorphine produziert. Man nennt sie Glückshormone. Warum bewegen die Menschen sich gerne? Durch Tanz und Bewegung können wir unsere negative Energie abfließen lassen und positive Energie sammeln. Der Kursleiter zeigt den Unterschied zwischen Bewegung und Tanz auf. Paarübungen ergänzen das.

Übungen: Paarbewegung und Paartanz.

IV – Soziale Kompetenz durch Tanzen

Durch den Kontakt mit dem Erdboden, durch Falten und durch Entfalten sollen Stabilität und Selbstsicherheit gewonnen werden. Die sozialen Kontakte in der Gruppe verstärken die positive Wirkung des Tanzens auf den Einzelnen. Somit verbessert Tanzen unsere soziale Kompetenz.

Übungen: Kreistänze.